NGF010-Thema: Glyphosat

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist seit Jahren ein heiß Diskutiertes Thema. Seitens der Kritiker gibt es viele Irreführende Behauptungen, wie das Studienergebnis, Glyphosat sei „wahrscheinlich krebserregend“ der Internationale Agentur für Krebsforschung aus dem Jahre 2015. Währenddessen bestätigen die Mehrheit der Studien und Behörden, dass von der zugelassenen Anwendung von Glyphosat kein Gesundheitsrisiko ausgeht. Wie kommt es zu diesen verschiedenen Standpunkten und wie sind die Studien zu bewerten? Zusammen mit dem Bioingenieur Daniel Gerjets ordne ich in dieser Folge die Debatte um Glyphosat ein und lasse mir den Wirkmechanismus von Glyphosat erläutern.

Leider gab es während der Aufnahme Tonprobleme. Ich bitte dies zu entschuldigen und hoffe, dass die Folge trotzdem gefällt.

 

noch-nicht-gefragt

Daniel Gerjets:

Artikel von Daniel über Glyphosat [Link] – Sondierung 2018 zwischen CDU und SPD [Link] – Sturmtief Friederike

 

nach-gefragt

  1. Was ist Glyphosat?

GlyphosatPestizidGlyphosat Patent – Internationale Agentur für Krebsforschung [IARC] – Klassifizierung des IARC – PolyamideCaprolactam – Wie werden Pestizide getestet ? [Link] – Grenzwerte in der EU-Pestiziddatenbank [Link] – EU Glyphosat-Zulassung [Link] – Glyphosat Flächenanteilsnutzung

  1. Wirkmechanismus von Glyphosat

HerbizidShikimat ZyklusEssentielle Aminosäuren Schmalblättriges GreiskrautGlyphosatresistenzArtengrenze

  1. Wie und wo wird Glyphosat angewendet?

SikkationBiolandbau

  1. Worum geht es in der Glyphosat-Debatte?

Nature Artikel – Bundesinstitut für Risikobewertung [BfR] – Einschätzung des BfR zu Glyphosat [Link] – Stellungnahme BfR [Link] – Behördliche Stellungnahmen [Link] – No Observed Adverse Effect Level ]NOAEL] – Joint Meeting on Pesticide Residues [JMPR]

  1. Aufnahme in den Körper und Wirkungen auf Nichtzielorganismen

Autotrophie – Verbleib und Abbauverhalten von Glyphosat [Link] – LangzeitstudienBiodiversitätInsektensterben – Glyphsat und Bienen [Link] – Neonicotinoide

  1. Folgen von Ersatzmaßnahmen
  2. Ursachen für Glyphosat-Ablehnung
  3. Rolle der Medien
  4. Glyphosat und Netzmittel

Netzmittel

  1. Glyphosat und politische Interessen

Peer-Review – Lobbyisten [Link1, Link2, Link3] – Naturschutzbund Deutschland [NABU]

  1. Methoden zur Informationsbeschaffung und bewertung

GWUP Blog zu Glyphosat [Link] – google scholarNuture News – Dosis [Link1, Link2] – Studie: Glyphosat hilfreich gegen Krebs [Link] – ImmortalisierungGlycin

  1. Zusammenfassung

 

Alle Ding‘ sind Gift und nichts ist ohn‘ Gift – allein die Dosis macht, das ein Ding‘ kein Gift ist.
Paracelsus

 

sterne-befragt

Astrologie

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6 Kommentare zu NGF010-Thema: Glyphosat

  1. silentbob sagt:

    Hallo, könnte ein sehr interessanter Talk sein, aber die Audioqualität ist über weite Strecken sehr schlecht. Speziell der Lüfter (?) der die meiste Zeit im Hintergrund läuft erzeugt ein extrem störendes Hintergrundgeräusch, sodass ich das nach kurzer Zeit wieder abbrechen musste.

    • Melima sagt:

      Hallo Silentbob,

      natürlich ist mir das auch aufgefallen. Sowas kann in Interview-Situationen immer mal passieren, die Alternative wäre gewesen die Folge nicht zu veröffentlichen. Tut mir aber leid und ich kann verstehen, dass dich das gestört hat. Vllt hast du ja Lust in die nächste Folge trotzdem nochmal reinzuhören.

      Viele Grüße,
      Michi

  2. Moritz sagt:

    Moin Michi, Zuerst einmal vielen Dank für Deinen Podcast. Er gefällt mir wirklich gut und mein Highlight ist die Tommy Kreppweiss Folge. Ich kann bei vielen Dingen bisher mit gehen die hier im Podcast erzählt wurden. Doch bei dieser Folge …ne sorry. Da hat sich Dein Gast es etwas leicht gemacht. Zuallererst wenn Ihr schon Glyphosat als besonders harmlos darstellt dann benutzt auch die richtigen Begriffe. Denn Pestizide ist ein Begriff den es in der Praxis nicht gibt. Das Wort Pestizidie ist eine Wortneuschöpfung welche von Umweltschutzverbänden erfunden wurde weil es wie die Pest Tot und Unheil bringt und die Umwelt verpestet. Es gibt auch keinen Kunstdünger. Das ist einfach Dünger oder wenn man es genau nimmt sind es synthetische Düngemittel. Und Glyphosat ist ein Herbizid. Und Neonikotinoide sind Insektizide. Es gibt auch noch Fungizide, Molluskizide etc. und die Dinger heißen Pflanzenschutzmittel (PSM). Der Begriff kommt zwar aus der Agrochemie beschreibt meiner Meinung nach sehr gut was die Mittel machen sollen.

    Nun aber zu meiner Hauptkritik. Die Problematik von Resistenzen ist leider in seiner völlig bedenkenlosen Anwendung zu suchen. Daniel hat sicher als Bioingenieur ne Menge Ahnung was die Formulierung von Glyphosat angeht. Aber als Agraringenieur der sich in der Praxis bewegt kann ich sagen, dass viel zu schnell mal eben “was tot-gespritzt” wird weil das Wetter demnächst schlecht wird und man nicht dreschen kann oder solche Sachen. Mit Verlaub …Glyphosat ist nicht die einzige Alternative zum Pflügen. Es gibt schonender und flachere Methoden den Acker schick zu machen bzw. sauberen Tisch zu machen. Es ist jedoch die kostengünstigste. Und das ist das Problem dabei. Es ist mittlerweile soweit das die kostengünstigste Variante immer den Vorrang erhält und nicht die sinnvollste. Daniel sag doch bitte auch wie ich den Einsatz von Herbiziden senken kann…genau – durch das einhalten von Fruchtfolgen. Denn dadurch habe ich in jedem Jahr eine andere Kultur auf dem Acker stehen und so verändern sich auch automatisch die Leitunkräuter. Wenn ich aber nur noch eine Kulturanbau, also Monokultur betreibe, dann selektiere ich noch mehr auf einzelne Leitunkräuter und erhöhe mir die Gefahr von Ressistenzen auf meinem Acker. Dadurch steigen die Aufwandmengen und schon verlasse ich den Bereich in dem ein Mittel als verträglich getestet wurde. Wie Ihr selber im Podcast gesagt habt: Die Dosis macht das Gift! Diese Problematik der zu engen Fruchtfolgen ist eine Folge unserer Agrarpolitik und der niedrigen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse in Deutschland. Die Bauern sind gezwungen wenn sie morgen noch nen Fendt fahren wollen die billigste und gewinnbringenste Methode anzuwenden und nicht die sinnvollste. Ich bin bestimmt nicht unvoreingenommen da ich in der Biobranche arbeite. Aber bitte ich muss nicht alle Unkräuter mit Chemie behandeln. Was ist mit dem Striegel, was ist mit Abflammen? Ja auch das kostet Energie. Aber es orientiert sich meiner Meinung nach mehr an der guten fachlichen Praxis als der Einsatz von Herbiziden. Und was Daniel zum Thema Ressistenzen sagt…es gibt mittlerweile ein Datenbank (steht sogar auf der Wikipedia) in der 39 resistente Unkräuter in Europa gelistet sind. Vor 10 Jahren hat uns unser Prof. in der Pflanzenbau-Vorlesung schon 8 Resistenzen in Europa berichtet. Guck mal in die Länder wo die Transgene Kulturen mit Glyphosatresistenzen einsetzen dürfen. Die machen da aber schön lange Gesichter.
    Also bitte auch nochmal überlegen ob die der Zwang zu Wachstum und absolut wirtschaftlichem Arbeiten in der Produktion von Lebensmitteln so sinnvoll ist. Ebenso in der (Medizin). Das würde auch die Anschlußdiskussion verkürzen zum Thema ” Was kommt nach Glyphosat”. Dann kommt am besten “back to the roots” und “weniger ist manchmal mehr”.
    Und der Punkt mit der IARC-Studie. Die haben dort nix selber untersucht sondern haben internationale Studien ausgewertet und sind daraufhin zu ihrem Urteil gekommen. Das sollte bitte bedacht werden.

    Und dann noch eine Anmerkung zum Hersteller Monsanto. Die haben sich ja nun wirklich nicht mit Ruhm bekleckert was das Thema fairplay angeht. Wenn die sogar das Sturmgeschütz der deutschen Demokratie als Fürsprecher verlieren und dieser Spiegelartikel hier http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/glyphosat-hat-monsanto-behoerden-manipuliert-a-1177101.html mal versucht einzuordnen. Man muss das immer differenziert betrachten. Und ich möchte betonen das in diesem Artikel immer wieder von “angeblich krebseregend” gesprochen wird.
    Bitte Ihr seid Skeptiker und wollt Dinge wissenschaftlich begründen. Dann bitte aber den Kram drum rum betrachten der für die Interpretation der Ergebnisse wichtig ist.
    Und gerade weil Monsanto so agiert hat und weil sie ein wirtschaftsunternehmen sind mit dem inhärenten Profitgedanken bin ich hier bei allen Pro-Monsanto-Aussagen sehr kritisch. Denn wer hat den mehr zu verlieren. Dieses riesen Unternehmen oder die Umweltverbände. Denn die gibtsauch ohne Round up. Nur mal als Gedankenanregung. Das ist nicht wissenschaftlich fundiert sondern mehr eine Aussage in Richtung: Cui bonno?

    Noch ein Punkt. Das BfR hat seine Einschätzung von Glyphosat zum großen Teil aus Monsantos Studien abgeschrieben. Das ging auch durch die Medien. Und das macht das BfR für mich leider nicht vertrauenswürdig. Nur weil irgendwo der Bundesadler im Symbol ist heißt das nicht das die “nur” die Wahrheit sagen. Man darf es sich in dieser Diskussion nicht zu einfach machen.

    Zu guter letzt bitte ich darum von Hate-Attacken jetzt abzusehen und nur sachdienlich zu diskutieren. Ich weiß das ich wahrscheinlich zig Rechtschreibfehler gemacht habe aber es geht mir um die Argument und den Diskurs. Und Daniel wenn ich zu hetzerisch oder polemisch klinge ist das nicht meine Absicht. Ich wollte lediglich konstruktive Kritik vortragen. Skeptiker sein heißt doch auch mal hin zu gucken was ist alles bei einem Thema wichtig. Und dann beide Seiten der Medaille zu betrachten.

    Ich hoffe auf ein interessante Diskussion.

    LG Moritz

    • silentbob sagt:

      Ich will nicht Monsanto verteidigen, die haben in der Gesamtheit sicher genug Dreck am Stecken und auch eine Glyphosat-Studie vom Hersteller ist allerhöchstens bedingt aussagekräftig aber:

      Gerade weil man als Skeptiker und Wissenschaftler die Dinge sachlich begründen sollte, sollte man aber von einem Krebsrisiko auch erst sprechen wenn auch wirklich nachgewiesen ist. Und da haben sich auch die Glyphosat-Gegner (allen voran Seralini) nicht gerade mit Ruhm bekleckert (um es mal vorsichtig auszudrücken)

      Ja, das Um und Auf bei Glyphosat ist die richtige Anwendung. Und natürlich wäre es das beste, absolut kein Gift zu verwenden. Aber wenn Glyphosat richtig angewendet wird ist es mMn deutlich ungefährlicher als manches andere *izid, das (teilweise sogar in der Biolandwirtschaft) erlaubt und üblich ist.

  3. Björn sagt:

    Die Foge war interessant, ich konnte viel neues erfahren. Eine Frage ist dann aber doch entstanden. Kann Glyphosat über die Luft weiter getragen werden und letztlich da landen wo es eigentlich nicht hin soll?
    Beispiel angrenzende Wälder oder ökologische Randbebauung von Feldern. Letzteres wäre zu klären wenn es tatsächlich irgendwann dazu kommen sollte, das diese Randbebauungen geschaffen werden sollen. Könnte es sein das sich da zwei Ziele in die Quere kommen?

    Auch fand ich den kurzen Abriss(oder vielmehr Verriss) der physischen Bodenbearbeitung unausgewogen. Frei nach dem Motto:Pflügen schädigt auch die Diversität und Boden, also Chemie. So einfach ist es dann wohl doch nicht, wie oben in einem Kommentar bereits angemerkt wurde.

    Ansonsten wie gesagt gab es neues zu Erfahren und ich wurde mal mit meinem Wissen konfrontiert. Das war nämlich nicht vorhanden. Danke dafür.

    • Melima sagt:

      Hallo Björn,

      danke für deinen Kommentar und dein Lob 🙂

      Wegen der Bodenbearbeitung: Hast du da vllt einen Artikel oder ein Paper mit mehr Infos zu dem Thema für mich? Bisher kenne ich mich wenig in dem Gebiet aus und kann deinen Hinweis nicht wirklich beurteilen. Ich möchte auch immer dazu lernen, deswegen würde ich gerne mal was dazu nachlesen. Danke.

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