NGF088 – Das unsichtbare Universum

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Dunkle Materie, kosmische Magnetfelder oder Schwarze Löcher – vieles von dem, was die moderne Astrophysik erforscht, können wir nicht direkt beobachten. Woher wissen wir also, dass diese Dinge existieren, und was können wir überhaupt über sie herausfinden?

Darüber spreche ich mit dem Astrophysiker Marcus Brüggen von der Universität Hamburg. Wir schauen uns an, was „Beobachten“ in der modernen Astronomie eigentlich bedeutet, wie aus schwachen Signalen Erkenntnisse entstehen und welche Rolle Simulationen und indirekte Beweise dabei spielen. Außerdem sprechen wir darüber, wie Forschende mit Unsicherheiten umgehen, wo die Grenzen heutiger Beobachtungen liegen und welche offenen Fragen die Astrophysik noch beschäftigen.

 

Gespräch mit Marcus Brüggen

  • Marcus Brüggen ist Professor für Astrophysik an der Universität Hamburg und forscht an der Hamburger Sternwarte. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die astrophysikalische Fluiddynamik, Radioastronomie, Hochenergieastrophysik und Astroteilchenphysik. Dabei beschäftigt er sich unter anderem mit Galaxienhaufen, aktiven Galaxienkernen, kosmischen Magnetfeldern und Dunkler Materie.
  • Mehr über Marcus und seine Forschung gibt es auf seiner Profilseite an der Universität Hamburg sowie bei der Forschungsgruppe Extragalaktische Astrophysik.
  • Eine Übersicht über seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen findet sich im NASA Astrophysics Data System (ADS).

Weitere Folgen zum Thema Astronomie

 

Bildnachweise

  • Marcus Brüggen
    Foto: Carsten Dammann
    Das Bild zeigt den Astrophysiker Prof. Marcus Brüggen, den Gesprächsgast dieser Folge 🙂
  • Hubble eXtreme Deep Field
    Bild: NASA, ESA, G. Illingworth, D. Magee und P. Oesch (University of California, Santa Cruz), R. Bouwens (Leiden University) und das HUDF09 Team
    Das aus Hubble-Beobachtungen zusammengesetzte Deep Field zeigt rund 5.500 Galaxien in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und ermöglicht damit einen Blick über Milliarden Jahre kosmischer Geschichte.
  • Simulation des kosmischen Netzes
    Bild: Volker Springel / Max-Planck-Institut für Astrophysik,
    CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
    Dieses kosmische Netz ist keine Aufnahme des Himmels, sondern das Ergebnis einer Simulation. Solche Simulationen helfen dabei nachzuvollziehen, wie sich aus den Bedingungen im frühen Universum die großräumigen Strukturen entwickeln konnten, die wir heute beobachten.
  • Erstes Bild eines Schwarzen Lochs
    Bild: Event Horizon Telescope Collaboration
    Das berühmte erste Bild von M87* zeigt streng genommen nicht das Schwarze Loch selbst, sondern die Strahlung des heißen Materials in seiner unmittelbaren Umgebung. Das Schwarze Loch bleibt unsichtbar – und verrät sich durch das, was um es herum geschieht.
  • Galaxienhaufen Abell 520.
    Bild: NASA, ESA, CFHT, CXO, M. J. Jee (University of California, Davis) und A. Mahdavi (San Francisco State University).
    Bei Abell 520 werden verschiedene Beobachtungen miteinander kombiniert, um sichtbar zu machen, wo sich Masse im Galaxienhaufen befindet. Wo die Dunkle Materie liegt, lässt sich dabei nur indirekt aus ihrer gravitativen Wirkung bestimmen.
  • LOFAR Superterp
    Bild: LOFAR / ASTRON, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
    So sieht ein Teil von LOFAR aus – ganz anders als das klassische Bild eines Teleskops. Viele einzelne Antennen arbeiten hier zusammen, um sehr schwache Radiosignale aus dem Universum aufzuspüren. Im Gespräch geht es darum, wie schwierig es sein kann, solche Signale überhaupt zu messen und von Störungen zu unterscheiden.
  • Odd Radio Circle ORC J2103−6200
    Bild: Jayanne English / MeerKAT, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
    Dieser grünliche Ring ist ein sogenannter Odd Radio Circle – eine Klasse von Radioquellen, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde und deren Entstehung noch nicht abschließend verstanden ist. Neue Beobachtungsmöglichkeiten liefern eben nicht nur Antworten, sondern manchmal auch Phänomene, von denen vorher niemand wusste.
  • ALMA-Aufnahme der Galaxie 9io9
    Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/J. Geach et al., CC BY 4.0
    Die Galaxie 9io9 sehen wir hier über ihre Radiostrahlung; die feinen Linien zeigen Informationen, die aus der Polarisation gewonnen wurden. Auch die Polarisation des Lichts ferner Galaxien lässt sich nutzen, um zu untersuchen, was auf seinem langen Weg durch das Universum mit dem Licht passiert – und darüber möglicherweise mehr über Dunkle Energie zu erfahren.

 

Shownotes:

  • Kosmisches Netz
  • Paper über kosmologische Simulationen zur Entstehung großräumiger Radioemission in Galaxienhaufen von Beduzzi, Vazza, Cuciti, Brunetti, Brüggen und Wittor (2024).
  • Paper über kosmologische Simulationen verschiedener Modelle selbstwechselwirkender Dunkler Materie von Fischer, Brüggen et al. (2022).
  • NASA: The Electromagnetic Spectrum – Einführung in die verschiedenen Bereiche des elektromagnetischen Spektrums, mit denen das Universum beobachtet wird.
  • NASA: Black Holes – Grundlagen zu Schwarzen Löchern und ihrer Beobachtung.
  • Paper über Magnetfelder und relativistische Elektronen in Galaxienhaufen von Botteon, van Weeren, Brunetti, Brüggen et al. (2022).
  • ESO: Magnetfelder am Rand des Schwarzen Lochs M87 – Wie polarisiertes Licht genutzt wird, um Magnetfelder unmittelbar um ein supermassereiches Schwarzes Loch zu untersuchen.
  • Dunkle Materie
  • Paper über Simulationen häufig selbstwechselwirkender Dunkler Materie von Fischer, Brüggen, Schmidt-Hoberg et al. (2021).
  • Paper über kosmologische Simulationen seltener und häufig selbstwechselwirkender Dunkler Materie von Fischer, Brüggen, Schmidt-Hoberg et al. (2022).
  • Paper über den Einfluss baryonischer Materie auf Verschmelzungen selbstwechselwirkender Dunkler Materie von Fischer, Durke, Hollingshausen, Hammer, Brüggen und Dolag (2023).
  • NASA: Dark Matter – Überblick über die Beobachtungen, aus denen wir auf die Existenz Dunkler Materie schließen.
  • NASA: Hubble and Dark Matter – Wie unter anderem Gravitationslinsen genutzt werden, um Dunkle Materie zu kartieren.
  • NASA: Dark Matter Core Defies Explanation – Der Galaxienhaufen Abell 520 als Beispiel dafür, wie die Verteilung Dunkler Materie indirekt rekonstruiert wird.
  • Radioastronomie
  • Paper über Magnetfelder, relativistische Elektronen und extrem schwache großräumige Radioemission in Galaxienhaufen von Botteon, van Weeren, Brunetti, Brüggen et al. (2022).
  • Paper über die Suche nach schwacher diffuser Radioemission an einer Schockfront im Galaxienhaufen MACS J0744.9+3927 von Wilber, Brüggen et al. (2018).
  • Odd Radio Circle
  • Paper über die Entdeckung eines Odd Radio Circle und zweier Radio-Relikte mit MeerKAT von Koribalski, Veronica, Dolag, Reiprich, Brüggen et al. (2024).
  • Dunkle Energie
  • Paper über einen neuen Ansatz zur Untersuchung kosmischer Doppelbrechung mithilfe der Polarisation und Form von Galaxien von Yin, Dai, Huang, Ji und Ferraro (2025).
  • Paper über die Untersuchung kosmischer Doppelbrechung mithilfe der Polarisation weit entfernter Radiogalaxien von Naokawa et al. (2026).
  • Paper über neue Physik und kosmische Doppelbrechung anhand polarisierten Lichts der kosmischen Hintergrundstrahlung von Komatsu (2022).

Shownotes zur Sendung

NGF087–Thema: Hormone – Zwischen Wissenschaft und Vorurteil

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Was machen Hormone eigentlich in unserem Körper – und was davon ist wissenschaftlich wirklich belegt? In öffentlichen Debatten werden Hormone oft als einfache Erklärung für komplexes menschliches Verhalten genutzt. Doch viele populäre Vorstellungen über Testosteron, Cortisol oder „männliche“ und „weibliche“ Gehirne halten einer genaueren wissenschaftlichen Betrachtung nicht stand.

In dieser Folge spreche ich mit der Neurowissenschaftlerin, Science-Slammerin und Buchautorin Franca Parianen darüber, wie Hormone im Gehirn wirken, was sie beeinflussen können – und wo biologische Erklärungen schnell zu kurz greifen. Wir sprechen über die Grundlagen der Hormonforschung, typische Neuro-Mythen und die Frage, warum neurobiologische Forschung gesellschaftlich so häufig missverstanden oder instrumentalisiert wird.

 

Gespräch mit Franca Parianen:

 

Shownotes:

  • Hormon
  • Endokrines System
  • Neurotransmitter
  • Testosteron
  • Cortisol
  • Oxytocin
  • Artikel beim Deutschlandfunk Kultur über Hormone, Selbstbestimmung und biologische Einflüsse im Alltag mit Franca Parianen [Link]
  • Artikel im Süddeutsche Zeitung Magazin über Liebe, Beziehungen und die Rolle von Hormonen im menschlichen Verhalten mit Franca Parianen [Link]
  • Artikel bei WELT über Testosteron, Geschlecht und hormonelle Einflüsse auf Verhalten mit Franca Parianen [Link]
  • Artikel bei PVS Einblick über Hormone, Gehirn und Verhalten mit Franca Parianen [Link]
  • Artikel von Franca bei der taz über Geschlechtsidentität bei Minderjährigen, gesellschaftliche Debatten und wissenschaftliche Einordnung [Link]
  • Artikel bei der BBC über die wissenschaftliche Debatte rund um Transfrauen im Leistungssport und die Herausforderungen fairer Regelungen [Link]
  • Artikel bei Reuters über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und die Diskussion um Transgender-Athlet:innen im Spitzensport [Link]
  • Paper über die Idee des „männlichen“ und „weiblichen“ Gehirns und warum menschliche Gehirne eher ein Mosaik individueller Merkmale sind von Joel et al. (2015).
  • Paper über die Rolle von Testosteron in sozialen Interaktionen und warum einfache Erklärungen wie „Testosteron macht aggressiv“ zu kurz greifen von Eisenegger et al. (2011).
  • Paper über die sozialen Effekte von Oxytocin und warum das „Kuschelhormon“-Narrativ wissenschaftlich zu kurz greift von Bartz et al. (2011).
  • Paper über Stress, Anpassungsmechanismen und die neurobiologische Rolle des Gehirns von McEwen (2007).
  • Paper über Neurosexismus und problematische Interpretationen geschlechtsspezifischer Hirnforschung von Fine (2013).
  • Paper über neurofeministische Kritik an Forschung zu Geschlechtsunterschieden in den Neurowissenschaften.
  • Paper über die Klassifikation vermeintlich „männlicher“ und „weiblicher“ Gehirnverbindungen und methodische Herausforderungen solcher Ansätze.
  • Paper über Hirnklassifikation, Geschlecht und Fehlklassifikationen bei trans Frauen.

 

Shownotes zur Sendung

NGF86 – Thema: Psychotherapie zwischen Forschung und Versorgung

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Wie gut funktioniert Psychotherapie – und warum ist der Zugang zur Behandlung oft so schwierig? In dieser Folge geht es um die Verbindung von Forschung und Versorgung. Welche Psychotherapieverfahren gelten als evidenzbasiert? Was wissen wir über ihre Wirksamkeit – und wo liegen die Grenzen der Psychotherapieforschung? Und woran erkennt man den Unterschied zwischen wissenschaftlich fundierter Psychotherapie, Coaching und anderen Angeboten, die psychologische Hilfe versprechen?

In Kooperation mit dem Psychotherapeuten Michael „der Micha“ Rost vom YouTube-Kanal UmLeidung werfe ich einen Blick auf das Therapiesystem: Wie funktioniert psychotherapeutische Versorgung eigentlich, warum entstehen Wartezeiten auf Therapieplätze – und wo liegen die strukturellen Herausforderungen?

 

Gespräch mit Michael „der Micha“ Rost

  • Michael „der Micha“ Rost ist Psychotherapeut und betreibt den YouTube-Kanal UmLeidung.
  • In seinem Format geht er einer einfachen, aber großen Frage nach: Was ist eigentlich Leid – woher kommt es, und welche Wege finden Menschen, damit umzugehen?
  • Dafür spricht er mit Menschen über ihre Erfahrungen mit psychischem Leid, Therapie und Bewältigungsstrategien. Es geht um das, was helfen kann – und auch um die Frage, wann vermeintliche Lösungen vielleicht eher eine „UmLeidung“ sind.
  • Einblicke in seine Arbeit und aktuelle Inhalte teilt er auch auf Instagram.

 

Shownotes:

  • Psychotherapie
  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Psychoanalyse
  • Systemische Therapie
  • Therapeutische Beziehung
  • Psychische Störung
  • Depressive Episode (ICD-10: F32)
  • Rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33)
  • Bedarfsplanung
  • Coaching
  • Äquivalenzparadoxon 
  • Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)
  • Psychotherapeutengesetz
  • Psychotherapie in Deutschland
  • Psychotherapie-Richtlinie
  • Bedarfsplanungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Steuerung der ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung.
  • Bedarfsplanung in der vertragsärztlichen Versorgung – Überblick des Gemeinsamen Bundesausschusses über Planung und Steuerung der ambulanten Versorgung.
  • Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Durchführung von Psychotherapie in der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • § 95 SGB V – Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung
  • § 101 SGB V – Bedarfsplanung
  • Sozialgesetzbuch V – Gesetzliche Krankenversicherung
  • Artikel beim Deutschlandfunk über lange Wartezeiten auf Psychotherapie und mögliche Reformen der Versorgung [Link]
  • Bericht des Deutschen Bundestages über Studien zu Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz [Link] Der Bericht fasst mehrere Studien zusammen und nennt durchschnittliche Wartezeiten von etwa 20 Wochen bis zum Beginn einer Therapie.
  • Artikel beim Deutschlandfunk über Forderungen der Krankenkassen nach einer besseren Organisation freier Psychotherapieplätze [Link]
  • Artikel bei Deutschlandfunk Kultur über politische Reformversuche und strukturelle Probleme im Therapiesystem [Link]
  • Artikel bei ZEIT ONLINE über die Rolle und Kritik der Psychoanalyse in der modernen Psychotherapie [Link]
  • Artikel bei Spektrum über Verhaltenstherapie und ihre wissenschaftliche Grundlage [Link]
  • Artikel bei Spektrum über kognitive Verhaltenstherapie und ihre Anwendung bei psychischen Störungen [Link]
  • Artikel bei Spektrum über verschiedene psychotherapeutische Richtungen wie Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Verfahren und systemische Therapie [Link]
  • Übersichtsartikel bei Spektrum über aktuelle Erkenntnisse aus der Psychotherapieforschung und die Frage, was tatsächlich wirkt [Link]
  • Paper über die Wirksamkeit verschiedener Psychotherapieverfahren bei Depression in einer großen Netzwerk-Metaanalyse von Cuijpers et al. (2021).
  • Paper über die Wirksamkeit von Psychotherapie bei acht häufigen psychischen Störungen in einer großen Metaanalyse von Cuijpers et al. (2024).
  • Paper über Effektstärken von Psychotherapie bei Depression und ihre Einordnung im Vergleich zu Kontrollgruppen von Cuijpers et al. (2017).
  • Paper über sogenannte „Common Factors“ in der Psychotherapie – etwa therapeutische Beziehung, Empathie und Erwartungen – von Wampold (2015).
  • Paper über die Rolle der therapeutischen Beziehung („therapeutic alliance“) für den Therapieerfolg in einer Metaanalyse von Flückiger et al. (2018).
  • Paper über den aktuellen Forschungsstand zur Wirksamkeit psychologischer Behandlungen bei Depression und die Vielzahl randomisierter Studien in diesem Bereich von Plessen et al. (2022).

Shownotes zur Sendung

NGF85 – Thema: Exorzismus – Kein Relikt der Vergangenheit

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Exorzismus gilt vielen als Relikt aus dem Mittelalter. Doch das Thema ist nicht verschwunden – und es hat bis heute reale und teils gravierende Folgen.
In dieser Folge spreche ich mit der Psychologin Jasmina Eifert und dem Journalisten Bernd Harder darüber, warum Menschen auch heute noch zu Exorzismen greifen – und warum psychische Krisen in bestimmten religiösen Kontexten als „Besessenheit“ gedeutet werden. Welche Mechanismen stecken hinter solchen Zuschreibungen? Warum kann die Erklärung „Dämon“ für Angehörige entlastend wirken – und zugleich für Betroffene gefährlich werden?
Wir sprechen über aktuelle Entwicklungen, über evangelikale Freikirchen, sogenannte Online-Exorzismen und darüber, wie sich die katholische Kirche nach dem Fall Anneliese Michel verändert hat. Eine Folge über Glaube, Verantwortung – und darüber, warum Exorzismus kein abgeschlossenes Kapitel ist.

 

Gespräch mit Jasmina Eifert

  • Jasmina Eifert ist Psychologin (M.Sc.) und befindet sich aktuell in Weiterbildung zur Fachpsychologin für Rechtspsychologie (BDP/DGP). Sie arbeitet im Bereich der Kriminalprognostik mit Gewalt- und Sexualstraftätern in einer Justizvollzugsanstalt (JVA). Ihre Interessen- und Forschungsgebiete umfassen insbesondere Traumafolge- und Persönlichkeitsstörungen, Stigmatisierungs- und Therapieevaluationsforschung sowie Radikalisierungsprozesse in konfliktträchtigen Gruppen. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit Intervention und Prävention bei (Online-)Sexualdelikten.
  • Bereits in Folge 78 war sie bei Nachgefragt zu Gast und sprach über die Psychologie der „Pro-Ana“-Bewegung (Pro-Anorexia/Pro-Magersucht).

Gespräch mit Bernd Harder

  • Bernd Harder ist Journalist und Autor. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Themen rund um Wissenschaft, Religion, Esoterik und Verschwörungserzählungen – und ordnet sie faktenbasiert und kritisch ein.
  • Er ist Teil der Skeptix-Crew und engagiert sich in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit paranormalen und pseudowissenschaftlichen Behauptungen. Ein Porträt seiner Arbeit findet sich hier: [Link]
  • Aktuelle Einblicke teilt er auch auf Instagram
  • Eine Übersicht seiner Bücher findet sich bei Alibri sowie bei Droemer Knaur.

 

Shownotes:

  • Exorzismus
  • Anneliese Michel
  • Der Exorzist (Film)
  • Über den Todesfall durch Exorzismus in Frankfurt am Main von 2015 [Link]
  • Buch Abschied vom Teufel von Herbert Haag (1985) über die theologische Auseinandersetzung mit dem Teufelsglauben.
  • Buch Exorzismus heute: Der Teufel spricht deutsch von Marcus Wegner (2009) über moderne Exorzismuspraktiken im deutschsprachigen Raum.
  • Beiträge in der Tagungsbroschüre der EI-Tagung 2024 als Überblick über Exorzismus heute mit Beiträgen von Jasmina und Bernd
  • Artikel im Skeptix Blog über Exorzismus heute und moderne Dämonenaustreibungen von Bernd (2025) [Link]
  • Übersichtsartikel über aktuelle Entwicklungen des Exorzismus von Bernd (2024)
  • Artikel über Exorzismus im Kontext internationaler Forschung von Bernd (2024)
  • Artikel über die psychologische Perspektive auf Exorzismus und Besessenheitsvorstellungen von Jasmina (2024)
  • ICD-11 in Deutsch zu den Diagnosekriterien der Besessenheits-Trance-Störung (BfArM) [Link]
  • Dissertation über klinische und Persönlichkeitskorrelate von Menschen, die Exorzismus statt Psychotherapie aufsuchen (1994)
  • Paper über den Glauben an Dämonen und Exorzismus bei psychiatrischen Patient:innen mit Schizophrenie von Pfeifer (1994)
  • Paper über Exorzismus bei dissoziativer Identitätsstörung und mögliche therapeutische Effekte von Bull, Ellason und Ross (1998)
  • Paper über Retraumatisierung und negative psychische Folgen von Exorzismus von Pietkiewicz und Lecoq-Bamboche (2017)
  • Paper über spirituelle Besessenheit, Exorzismus und DSM-5 von Hayen (2020)
  • Paper über Besessenheit, Exorzismus und Psychotherapie von Thomason (2008)
  • Audio-Beitrag bei Deutschlandfunk Nova über Exorzismus heute, Rituale und die Suche nach Exorzisten
  • Audio-Beitrag bei Deutschlandfunk Kultur über gesellschaftliche Wahrnehmung und „Aufschwung“ des Dämonen- und Exorzismusglaubens.
  • Artikel über moderne Exorzismus-Praxis und psychologische, theologische sowie gesellschaftliche Fragestellungen
  • Beitrag über aktuelle Warnungen von (katholischen) Exorzisten vor Missbrauch und falschen Methoden
  • Bericht über wissenschaftliche Analysen zu historischen Exorzismusfällen
  • Hörspiel John Sinclair – Folge 38: Horror-Reiter als Beispiel für popkulturelle Dämonen- und Exorzismusdarstellungen.
  • Wikipedia-Eintrag zu Astaroth als Beispiel für einen Dämon aus der christlichen Dämonologie.
  • Konversionstherapie
  • Jenseits der Hügel (Der Film verarbeitet einen realen Exorzismusfall)
  • Artikel bei Der Standard über den Verdächtigen der vereitelten Terrorpläne rund um die Taylor-Swift-Konzerte
  • Podcast-Folge über eine tödliche Teufelsaustreibung im islamischen Kontext in Berlin.
  • Über Radio Horeb

Shownotes zur Sendung

NGF084 – Thema: Hunde zwischen Mythos und Wissenschaft

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Gibt es beim Hund wirklich ein männliches Alphatier – und spüren Hunde unsere Gefühle? Solche Vorstellungen sind weit verbreitet. Aber stimmen sie auch? In dieser Folge werfe ich gemeinsam mit der Verhaltensbiologin und Hundetrainerin Marie Nitzschner einen wissenschaftlichen Blick auf gängige Hunde-Mythen. Wir sprechen darüber, was die Forschung heute über Verhalten, Emotionen und die Mensch-Hund-Beziehung weiß – und wo populäre Erklärungen zu kurz greifen. Außerdem geht es um Rassen, Zuchtlinien und deren Einfluss auf Verhalten und Charakter, ebenso wie um die Folgen von Überzüchtung. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Qualzucht und den ethischen Fragen, die sie aufwirft. Welche Verantwortung haben wir Menschen gegenüber einem Lebewesen, das wir seit Jahrtausenden an unserer Seite haben?

 

Gespräch mit Marie Nitzschner

 

Shownotes:

  • Über die ehemalige Abteilung mit dem Forschungsschwerpunk Hundekognition am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig [Link]
  • Haushund
  • Rasseliste
  • Kampfhunde
  • Bindungstheorie
  • John Bowlby
  • Jaak Panksepp
  • Friederike Range
  • Über den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH)
  • Internationale Zuchtregeln der FCI [Link]
  • Übersicht bei TASSO zu den beliebtesten Hunderassen in Deutschland [Link]
  • Tierschutz-Hundeverordnung
  • Übersicht bei Hundeverband.info zu wichtigen Gesetzen rund um den Hund [Link]
  • Informationen zur Hundezucht-Erlaubnis nach § 11 TierSchG [Link]
  • Artikel bei VETO Tierschutz über neue EU-Verordnungen zur Haltung und Zucht von Hunden und Katzen [Link]
  • Paper zur Domestikation des Hundes und zur historischen Mensch-Hund-Beziehung.
  • Blogartikel von Marie über die Bindung zwischen Hund und Mensch und neurologische Grundlagen [Link]
  • Blogartikel von Marie über die gesundheitlichen Effekte von Haustieren auf Menschen [Link]
  • Paper zur Fähigkeit von Hunden, menschliche und artgleiche Emotionen zu erkennen.
  • Blogartikel von Marie über die Fähigkeit von Hunden, menschliche Emotionen zu erkennen [Link]
  • Paper zu Verhaltensunterschieden zwischen Wolf und modernem Haushund.
  • Blogartikel von Marie über Dominanz [Link]
  • Blogartikel von Marie über Dominanzstrukturen bei Hunden [Link]
  • Blogartikel von Marie über die Rolle von Dominanz in der Mensch-Hund-Beziehung [Link]
  • Paper zur wissenschaftlichen Einordnung von Dominanzbegriffen bei sozialen Tieren.
  • Paper zu rassetypischem Verhalten und den Folgen künstlicher Selektion.
  • Blogartikel von Marie über Persönlichkeit und Rassezugehörigkeit [Link]
  • Paper zu Zusammenhängen zwischen Persönlichkeit, Verhalten und Rasse.
  • Paper zu genetischen und rassetypischen Einflüssen auf Verhalten und Persönlichkeit.
  • Blogartikel von Marie über Aggressivität und die Rolle der Rasse [Link]
  • Paper zu Aggressionsverhalten bei Hunden und rassebezogenen Risikofaktoren.
  • Blogartikel von Marie über beliebte Hunderassen und ihre Einordnung [Link]
  • Über die Silberfuchs Experimente von Beljajew [Link]
  • Dmitri Beljajew
  • Blogartikel von Marie über die Theorie der zweifachen Domestikation [Link]
  • Blogartikel von Marie über Qualzucht und die Frage, warum Menschen solche Rassen kaufen [Link]
  • Paper zu motivations- und wahrnehmungsbezogenen Gründen für den Kauf von Qualzuchthunden.
  • Paper zu Entscheidungsprozessen von Halter:innen beim Kauf gesundheitlich belasteter Rassen.
  • Blogartikel von Marie über kurzköpfige Rassen und gesundheitliche Folgen [Link]
  • Ektropium
  • Entropium
  • Blogartikel von Marie über Streunerhunde und verbreitete Annahmen [Link]
  • Blogartikel von Marie über den Schlaf von Hunden [Link]
  • Paper zu Schlafverhalten, Schlafphasen und Störeinflüssen bei Haushunden.

Shownotes zur Sendung

NGF083 – Spezial: Weihnachten, Wissen und warum Neugier verbindet. Ein Gespräch mit Ralph Caspers.

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Weihnachten ist die Zeit, in der wir zusammenrücken – und manchmal auch merken, wie unterschiedlich wir die Welt sehen. Umso wichtiger ist das, was uns wirklich verbindet: Neugier, die Bereitschaft zuzuhören und offen zu bleiben.

Genau darüber spreche ich in dieser besonderen Weihnachtsfolge mit Ralph Caspers. Bekannt aus Wissen macht Ah! und Die Sendung mit der Maus steht kaum jemand so sehr für kindliche Neugier im besten Sinne: offen, ehrlich und mit der Überzeugung, dass wir alle ein bisschen klüger werden können, wenn wir neugierig bleiben.

Eine Folge über Neugier, Zuhören und die Kraft einer guten Fehlerkultur – zum Nachdenken, Weitererzählen und Mitfühlen. <3

 

Gespräch mit Ralph Caspers

Shownotes

  • Wissen macht Ah!
  • Shary Reeves
  • Offizielle Website von Shary Reeves [Link]
  • Die Sendung mit der Maus
  • Christoph Biemann
  • Armin Maiwald
  • Offizielle Maus-Seite vom WDR [Link]
  • Die Maus in der Mediathek [Link]
  • Sachgeschichte in der Maus: Warum kräuselt sich Geschenkband? [Link]
  • Artikel bei Deutschlandfunk Nova über Neugier als Motor fürs Lernen und Studium [Link]
  • Beitrag beim ZDF über Fehlerkultur und warum Fehler wichtig für Entwicklung und Innovation sind [Link]
  • Artikel bei der Süddeutschen Zeitung über ausbaufähige Fehlerkultur in Unternehmen [Link]
  • Artikel bei Zeit Online übers Scheitern [Link]
  • Peter-Prinzip
  • Laurence J. Peter
  • Buch: The Peter Principle: Why Things Always Go Wrong von Laurence J. Peter & Raymond Hull [Link]
  • Paper über das Peter-Prinzip als statistisches Phänomen von Lazear (2004). Lazear argumentiert, dass die scheinbare „Inkompetenz nach Beförderungen“ vor allem durch Regression zur Mitte erklärbar ist und Unternehmen Beförderungskriterien entsprechend anpassen müssen.
  • Paper über Beförderungen und das Peter-Prinzip in Unternehmen von Benson, Li & Shue (2018). Die Autor:innen zeigen anhand von Daten aus Vertriebsorganisationen, dass häufig die besten Fachkräfte befördert werden – auch wenn andere Personen die besseren Führungskräfte wären – was zu messbaren Produktivitätsverlusten führt.
  • Paper zur Rolle von Fehlerkultur für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit (Fail Forward / EY-Fehlerkultur-Report, 2025). Zusammenfassung der Forschung und aktuelle Studien zur Fehlerkultur und zeigt, dass ein offener Umgang mit Fehlern zentral für Lernprozesse, Innovation und Motivation in Organisationen ist.
  • Peter Lustig
  • Artikel bei ESCP „The Choice“ über Choice Overload [Link]
  • Paper über die Frage, ob zu viel Auswahl Entscheidungen und Zufriedenheit beeinträchtigt, von Iyengar & Lepper (2000). Das Paper zeigt in Experimenten, dass Menschen bei kleineren Auswahlmengen eher entscheiden und mit ihrer Wahl zufriedener sind als bei übergroßen Wahlmöglichkeiten.
  • Paper über den Effekt zu großer Auswahl von Scheibehenne (2008). Die Arbeit fasst zahlreiche Studien zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass der Effekt von „zu viel Auswahl“ zwar existiert, aber kleiner und stärker von Kontextfaktoren abhängig ist als häufig angenommen.

Shownotes zur Sendung