Religionen mit heiligen Schriften sind ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft, doch wie sind eigentlich Bibel, Tora und der Koran entstanden? Was weiß die Wissenschaft über den sogenannten Prozess der Kanonisierung in den Religionen und wie wird die Rolle der heiligen Schrift bewertet? Und dann ist da ja noch der Punkt der Auslegung der Bibel. Mit dem Religionswissenschaftler Michael Blume spreche ich in dieser Folge darüber, wie die Exegese der heiligen Schrift funktioniert und welche Rolle die Wissenschaft dabei spielt. Wie entsteht religiöser Fundamentalismus beim Auslegen einer heiligen Schrift?

 

In dieser Folge zu Gast:

Michael Blume

 

Show Notes:

NGF051 – Wie funktioniert Exegese in den Religionswissenschaften?
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6 Gedanken zu „NGF051 – Wie funktioniert Exegese in den Religionswissenschaften?

  • März 23, 2022 um 5:03 pm
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    (Mein Deutsch ist nicht sehr gut, und ich befürchte das dieses Kommentar sehr aggresiv klingt. Ist nicht so gemeint!)

    Hi! Ich finde der Podcast genial, aber diese Folge dachte ich hat etwas verpasst. Dem Gast nach muss man immer die religiösen Schriften neu werten, also kann keiner sagen, was es genau bedeuten soll. Falls die Schriften also alles Mögliche sagen können, meint es nicht die Schriften sagen also überhaupt nichts? Zumindest haben die Fundamentalisten eine These, die man bestreiten könnte, aber zu sagen «Tja, kommt darauf an wie man es liest» heisst doch genau unwissenschaftlich zu sein. Wo eine Falsifikation nicht möglich ist, kippt man doch besser das ganze direkt im Müll.

    Sich mit Fridays For Future zu verknüpfen ist doch auch eine Frechheit. Die Klimaforschung soll doch bitte nicht mit irgendeinem verrückten Propheten in der Wüste verglichen werden…

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    • April 29, 2022 um 1:22 pm
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      Köstlich, wie Michi anhand von Dänikens Beispiel die Beliebigkeit von Exegese zeigt! Und Michael: „…wo könnten wir als Menschheit stehen, wenn wir weniger solchen Scharlatanen hinterher laufen würden und uns mehr für echte Wissenschaft interessieren würden …“. Ja, dann würden wir mehr wissen und weniger glauben. Dann wäre es auch den Kriegsherren der letzten 2000 Jahre schwerer gefallen, uns zu überreden. Was hätten Kunst und Wissenschaft schon alles hervor bringen können … Mal ganz abgesehen vom Wald, der gefällt wurde um 70 000 000 Dänikenbücher und 5 000 000 000 Bibeln herzustellen. Und erst die Zeit … die Lesezeit hätte man richtig sinnvoll nutzen können.

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    • März 23, 2022 um 8:27 pm
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      Danke fürs Zuhören 🙂 Mögen ihre nudeligen Anhängsel mit dir sein!

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  • März 28, 2022 um 11:41 am
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    Wieder eine sehr schöne Folge mit vielen interessanten Gedanken!
    Bei den altorientalistischen Aspekten haben sich aber ein paar Fehler eingeschlichen:
    – En-hedu-ana, die älteste bekannte Autorin der Weltliteratur, war nicht babylonisch, sondern sumerisch bzw. akkadisch (stammte aus akkadischer Dynastie und schrieb sumerisch).
    – Das Gilgamesch-Epos gehört nicht zu den ältesten Schriftquellen mythischen Inhalts. Dessen älteste Fassung entstand in der altbabylonischen Zeit (ca. 2000-1600 v. Chr.). Erste religiöse Texte (Götterlisten, Ritualtexte, Hymnen, einzelne Erzählungen) sind jedoch schon ab der späten frühdynastischen Zeit (ca. 2500 v. Chr.) belegt, Götternamen kommen sogar schon in den frühesten Proto-Keilschrifttexten vor (um 3300-3500). Dem bekannten Epos in akkadischer Sprache gingen zudem mehrere sumerische Gilgamesch-Erzählungen voraus.
    – Schriftquellen religiösen Inhalts existierten bereits lange vor dem Münzgeld (ab 2600 v. Chr. in Sumer vs. 600 v. Chr. in Lydien). Mit Metall wurde zwar auch schon im 3. Jt. v. Chr. bezahlt, doch war dieses noch nicht normiert und wurde nach Gewicht abgerechnet.
    – Bzgl. Datierung von Babylon: Der Zeitraum um das 6. Jh. v. Chr. bezeichnet das Neubabylonische Reich, doch die Stadt und Kultur existierten bereits seit dem frühen 2. Jt. v. Chr.

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